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Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Westbayern

Presseberichte der Zentralen Rückkehrberatung Westbayern

  • Artikel in der "Integration in Deutschland" 3/06

Bayerische Zentrale Rückkehrberatung

 

Neben anderen Ländern fördert auch der Freistaat Bayern in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und dem EFF seit 2003 spezialisierte Fachberatungsstellen für Rückkehrfragen. Nach dem Vorbild des Projektes "Coming Home" gründete sich 2003 die erste Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge Bayerns (ZRB) für die Region Nordbayern in Nürnberg, 2004 die ZRB Südbayern in Augsburg und Ende 2004 die ZRB Westbayern in Würzburg. Hier haben sich Wohlfahrtsverbände und Bezirktsregierungen zu Trägerkooperationen zusammengeschlossen, die vom EFF gefördert werden, schildert Projektleiterin Isabell Schätzlein.

Sie hat die ZRB Würzburg mit aufgebaut und erklärt den Hintergrund: Einige Jahre vor der Gründung hatten die Ausländerbehörden Konzepte entwickelt, "mit denen sie versuchten, abgelehnte Asylbewerber schneller in ihre Herkuftsländer zurückzuschicken." In Bayern erfolgte dies im Rahmen eines "Integrierten Konzepts für die konsequente Aufenthaltsbeendigung in Bayern". Dazu gehörte der Betrieb von Ausreiseeinrichtungen und die Umwandlung von Ausländerämtern in "Zentrale Rückführungsstellen". Die bisherige Zentrale Ausländerbehörde, angesiedelt in der Aufnahmeeinrichtung Würzburg, wurde so zu einer Außenstelle der "Zentralen Rückführungsstelle Nordbayern". Muttersprachliche Mitarbeiter konzentrieren sich auf ausreisepflichtige Flüchtlinge aus China, dem Maghreb sowie dem Nahen Osten. Durch steigenden Ausreisedruck und Schwierigkeiten im Verständnis der Förderprogramme suchten die Flüchtlinge verstärkt Sozialabeiter auf. Da diese jedoch kaum Kontakte in die Herkunftsländer und finanzielle Hilfen vermitteln konnten, übernahm der Caritasverband der Diözese Würzburg e.V. die Federführung für die Einrichtung der ZRB Westbayern. Hier arbeiten nun Caritasverband, Bayerisches Rotes Kreuz und die Regierung von Unterfranken zusammen. Das aus Beratung, Qualifizierung und Direkthilfen bestehende Angebot versteht sich als "ergebnisoffene Perspektivberatung" für Flüchtlinge im Asylverfahren, die eine Duldung haben oder bleibeberechtigt sind. Ferner verstehen sie sich auch als Lobby für die Vertretung derer Probleme und Bedürfnisse u.a. gegenüber der Politik.

In den drei ZRB wird gemeinsam mit den Flüchtlingen Zukunftsperspektiven erarbeitet. Im Falle einer Rückkehrentscheidung werden Direkthilfen geleistet, so bei der Organisation der Heimreise, Hilfe bei Krankheiten und persönlichen Schwierigkeiten, finanzielle Hilfen und Existenzförderung aus den Programmen REAG und GARP sowie Rückkehrhilfen des Freistaates Bayern, erläutert Gertraud Müller, Sozialpädagogin der ZRB Südbayern. Das Geld soll Existenzgründungsvorhaben unterstützen und /oder erhöhte Transportkosten ausgleichen. (esf)

Quelle: AiD 3/06 (Herausgeber: isoplan Consult)

 

 

  • Artikel in "Sozialcourage 1/2007"

Rückkehrer brauchen Lobby

 

Zurückkehren oder nicht? Vielen Flüchtlingen fehen für ihre Entscheidung unabhängige Informationen, weil viele Beratungsstellen den Behörden unterstehen. Deren Interessen sind auf die Ausreise gerichtet. "Deshalb brauchen Flüchtlinge in Sachen Rückkehr eine unabhängige Beratung", sagt Isabell Schätzlein von der Zentralen Rückkehrberatung in Westbayern (ZRB), die der Caritasverband zusammen mit dem Bayerischen Roten Kreuz anbietet. im Vordergrund steht die Frage, ob und wie sich die Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive schaffen können. Diese kann die Beratungsstelle mit finanziellen Hilfen oder mit einer gezielten Ausbildung flankieren. Das ist auch nötig. "Weil sie bei uns nicht arbeiten durften, fehlen vielen Flüchtlingen die nötigen Qualifikationen" kritisiert Schätzlein.

Infos: Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Westbayern, Isabell Schätzlein, Tel. 0931/9802-290, www. zrb-westbayern.de

Quelle: Sozialcourage 1/2007